„Deutsche Tugenden“
Werte und Standards
Einem Auswanderungswilligen Freund in
Russland habe ich diesen Artikel neulich geschickt.
Der Inhalt ist jetzt nicht das Thema
sondern die Antwort die er mir geschickt hat war viel interessanter.
Ich habe einen Spruch gehört, dass „Deutschland dort ist, wo es Deutsch klingt“ Ich schaffe bei mir jetzt ein kleines Deutschland. Ich habe neulich gelesen im einem Artikel, dass man „wenn man schweigt nichts ändern wird“. Und wahrscheinlich, solange ich geschwiegen habe - darüber dass jemand die große Mülltonne vor unserem Haus immer auf die Strasse rausgeschoben hat ; ich habe selbst die Tonne zigmal zurückgeschoben - habe ich damit gar nichts geändert.Jemand hat jedem Tag die Mülltonne auf der Strasse stehenlassen. Ich habe mich jetzt einmal bei der Hausverwaltung beschwert und die hat sofort Ordnung gemacht. Ich musste nur ein Paar E-mails schreiben. Das funktioniert!
Ich musste erst lachen über die
Vorstellung das „Deutschland dort ist, wo sich Leute bei Ihrer
Hausverwaltung beschweren“. Aber dann habe ich begriffen was
eigentlich gemeint ist.
Es sind Normen und Standards die Jemand
bereit ist an sich, der Gesellschaft (diese an sich), aber auch
Produkten usw. zu akzeptieren.
Die halbe Welt will nach Deutschland
weil - selbst bei dem erbärmlichen Zustand indem sich seine
Gesellschaft und Ordnung befinden - die Standards immernoch höher
sind als da wo sie herkommen. Diese Standards sind niedrig weil die
Kulturen und Gesellschaften dieser Länder schlicht geringere
Ansprüche, und anderes Selbstverständnis haben.
Nun gut, schauen wir uns die „Deutschen
Tugenden“ mal an...Wir kommen hier zum lange untergegangenen
Preussen zurück, denn der erste richtige Deutsche Nationalstaat war
das Kaisserreich unter Führung des Königreich Preussen. - Manche
würden eh sagen das Preussen und seine Eliten war so ein
Deutsch/Baltisch/Russischer Mischkram war, und mit uns Bayern und
Schluchtenscheissern hat das ja soviel nicht zu tun usw. aber gut,
schauen wir uns an was Bolschewikipedia dazu sagt.
„ Beispiele vorwiegend militärischer Bedeutung
Ursprünglich galten die preußischen Tugenden lediglich für das Heer und wurden erst später von der preußischen Gesellschaft, die sich selbst zunehmend am Militär orientierte, übernommen. Charakteristisch für das preußische Gesellschaftssystem war eine strenge Hierarchie. So galten Treue, Selbstverleugnung zugunsten von Staat und König („Wer auf die preußische Fahne schwört, hat nichts mehr, was ihm selber gehört.“), Tapferkeit ohne Wehleidigkeit („Lerne leiden, ohne zu klagen“), Unterordnung, Mut und Gehorsam (jedoch nicht ohne Freimut) als erstrebenswert. (Selbst)disziplin, eine unerlässliche militärische Tugend, umfasste auch Härte, gegen sich noch mehr als gegen andere.
Beispiele gesamtgesellschaftlicher Bedeutung
Aufrichtigkeit
Bescheidenheit
Ehrlichkeit
Fleiß
Geradlinigkeit
Gerechtigkeitssinn („Suum cuique“ = Jedem das Seine)
Gewissenhaftigkeit
Ordnungssinn
Pflichtbewusstsein
Pünktlichkeit
Redlichkeit
Sauberkeit
Sparsamkeit
Toleranz
Unbestechlichkeit
Zurückhaltung („Mehr sein als scheinen!“)
Zielstrebigkeit
Zuverlässigkeit
Manche werden jetzt lachen das
„Toleranz“ als eine preussische Tugend auf der Liste steht, viel
davon ist mit dem „alten Fritz“ verbunden, der hat
Religionsfreiheit in diesem Preussen eingeführt, der zum Beispiel
Juden sich ansiedeln ließ, wenn sie genug Kohle hatten, und
natürlich mit einem Aufpasser der in der Synagoge zuhört was sie so
von sich geben.
Nun, viele dieser Werte sind in der
christlichen Religion begründet, weswegen die spätere Normierung
davon in ganz Deutschland, über mehrere Generationen letztendlich
keine große Überraschung war.
Die Konditionierung zu all diesen
„Tugenden“ im Verhalten der einzelnen, sorgte für den
wirtschaftlichen Erfolg und hohen Lebensstandard Deutschlands im
Kaiserreich, die schnelle Wiederbewaffnung und anderes in der
Zwischenkriegszeit, und den Wiederaufbau inklusive Wirtschaftswunder
nach dem zweiten Weltkrieg, die man nur mit Japan und Spanien
vergleichen kann. Eine Ordnung fixiert auf Ziele, und eine
Bevölkerung die letztendlich bescheiden, fleissig und sparsam
malocht, im Extremfall halt eben nur um des Malochens willen. Aber am Ende reicht das...
15 Millionen Nettosteuerzahler halten Deutschland und dahinter noch halb Europa über Wasser... Unglaublich wenig Leute...
15 Millionen Nettosteuerzahler halten Deutschland und dahinter noch halb Europa über Wasser... Unglaublich wenig Leute...
Viele Ausländer aber oft auch Deutsche die sich
als „Patrioten“ bezeichnen würden bauen sich geistige
Lebkuchenhäuser von ihrem Deutschland.
Mindestens so sauber wie die Schweiz, mit pünktlichen Zügen, klimatisierten Bussen, und Fabriken wo fleißige Leute und kluge Ingenieure noch Mercedes W124 und andere tolle robuste Sachen die ewig halten herstellen usw.
Mindestens so sauber wie die Schweiz, mit pünktlichen Zügen, klimatisierten Bussen, und Fabriken wo fleißige Leute und kluge Ingenieure noch Mercedes W124 und andere tolle robuste Sachen die ewig halten herstellen usw.
Warum ist das nicht so? Wieso sind
Deutschland Dinge gesamtgesellschaftlich toleriert und akzeptiert die
man früher abgelehnt hat? → Werteverfall
Wie wirkt sich der Werteverfall der
Gesellschaft für den einzelnen und auf die Wirtschaft aus? Nun...
ähem schlecht. Wenn wir also wissen wollen wer uns einbrockt
müssen wir einfach sehen wer was mit welchem Mitteln propagiert...
Im Prinzip wird jeder Wert der Liste
permanent „attackiert“ und den Leuten „schlechtgemacht“. Die
maßgeblichen Kanäle wo Einfluss ausgeübt wird sind mal wieder die
Medien und die Schulen.
Aufrichtigkeit: Puh zu seinen Haltungen
stehen, zu seinen Fehlern. - „Ich sag besser jetzt nix dazu“
Frame&Shame.
-
Bescheidenheit: Minimalismus, mit
wenig zufrieden sein. - Aber auf keinen Fall! Das ist nicht genug!
Kauf mein Produkt damit du nicht Scheisse bist!
-
Ehrlichkeit: „Der Ehrliche ist der
Dumme“
-
Fleiß: „Wer viel arbeitet soll auch
viel zahlen!“
-
Geradlinigkeit: „Rumeiern“
-
Gerechtigkeitssinn: „Jedem das
seine“ - Worüber redet man gerade wieder? Enteignungen? Für wen?
-
Gewissenhaftigkeit: „Jetzt sei doch
nicht so ein Streber und Langweiler, rauch mal ne Tüte und entspann
dich da hinten mit Aids-Chantal“
-
Ordnungssinn: „Sieht ja voll spießig
aus, macht doch mal was kreatives, schmiert alles mit Scheisse ein!“
„Passen diese FlipFlops zu meinem umgedrehten Baseballcap?“
-
Pflichtbewusstsein: „Warum soll ich
das machen?“ „Weil es dein Job ist?“
-
Pünktlichkeit: „Ich bin
invididuell, was interessiert mich wie lange jemand auf mich warten
muss?“
-
Redlichkeit: Klar behaupten wir als
Wissenschaftler nur und schreiben was wir auch beweisen können...
-
Sauberkeit: Wenn du den gelben Sack
suchst, hab ich vorher in den Trinkwasserbrunnen geschmissen...
-
Sparsamkeit: „Sparer sind Loser“
Lebe jetzt zahle später. 72 Raten für ein Telefon sind doch ok.
-
Toleranz: Ach was, nur weil da sich
ein paar Leute gerade auf dem Platz abgestochen haben, ist doch kein
Grund sich aufzuregen, das sind fremde Kulturen. Wir können soviel
von ihnen lernen, ich weiß nicht wer in die Dusche geschissen hat.
-
Unbestechlichkeit: Wahrscheinlich das
einzige was noch „Deutsch“ an Deutschland ist, zumindest in
Behörden gibt es keine richtige Korruption. Es kostet sowieso alles
Geld und niemand will zweimal bezahlen. Und die Leute die eingestellt
werden interessiert Geld nicht sondern das sie Leute gängeln und
nerven können.
-
Zurückhaltung („Mehr sein als
scheinen!“): Bling Bling, schau auf mein fettes Facebookprofil
Zielstrebigkeit: Vielleicht, so oder
so.
-
Zuverlässigkeit: „Der Scheck ist in
der Post, vertrauen Sie mir!“
Man hat in Gesellschaften interne und
externe Ordnungssysteme die auf Verhalten positive oder negative
Rückmeldungen geben. Für die „Arbeiterklasse“ war es ein Makel
keine Arbeit zu haben. „Wer nicht arbeitet ist ein Assozialer“ ob
er nur ein Drückeberger ist, oder ein „Pfeffersack“ der Faul im
Büro im weißen Hemd rumsitzt anstatt nach Kohle zu buddeln. Dieser
„Standard“ gilt nicht mehr, Faulheit wird im Sozialstaat
honoriert und belohnt. Und man redet jetzt von so unnatürlichen
Dingen wie „Work-Life-Balance“ während die Leute dein T-Shirt
gemacht haben unter ihrem Nähmaschinentisch schlafen. Fleiß wird
bestraft. Das hat mehrere Folgen: Die Motivation sinkt, die
Produktivität sinkt, aber auch der persönliche Wohlstand der
einzelnen. Woran dann natürlich der Arbeitgeber schuld sein soll...
Das Absenken eines Standards, die Bekämpfung einer „Tugend“,
senkt andere Standards. → Dominoeffekte treten ein.
In Osteuropa ist eine typische
Politikerparole „Korruption zu bekämpfen“: Was nur mehr schlecht als recht irgendwo funktioniert...
Warum? Korruption gibt es vor allem
dort wo es in der Bevölkerung und der Gesellschaft als "Normalität"
akzeptiert ist. Damit man etwas bekommt muss man etwas geben, etwas
das normal nicht so einfach geht, mit etwas das man normal nicht so
einfach bekommt.
Deswegen existiert sie in allen
postkommunistischen Gesellschaften. Deutschland ist hier anders, der
Staat hat nämlich ein „Monopol auf Korruption“ deswegen kostet
sowieso alles Geld, niemand der schon bezahlt hat, sieht ein etwas
draufzulegen. Deswegen gibt es keine Akzeptanz dafür.
Aber schauen wir mal, in den letzten 50
Jahren hat man in den USA und Westeuropa Sturmgeschütze gegen die Tugenden aufgefahren,
und das passiert vor allem in der Gestalt von sogenannten „Linken“,
die den Trick aller Marxisten anwenden und eine Abwesenheit von Moral
als „Moral“ verkaufen.
„Tugenden“ enstehen in der Regel in hierarchischen, autoritären Strukturen und Ordnungen. Sei es das
alte Japan, eine Armee, ein Mönchskloster oder eine Diktatur mit
Polizeistaatcharakter welche diese Ordnung aufrecht erhalten. Und der
Sinn der „Tugenden“ ist auch, das der Untertan diese Werte und
Normen nicht hinterfragt, das macht das Leben für den Herrscher
einfacher, aber eben auch für den Beherrschten.
Ziel des Marxismus ist die Subversion,
und die Zerstörung der damaligen Ordnung und der Herrschenden zur Zeit von Marx – die
Tugenden können nach der Revolution wiederkommen wenn man sie
gebrauchen kann.
So das ursprüngliche Ziel. Das Problem ist nur,
die Herrscher und die Ordnungen die Marx bekämpfen wollte gibt es
schon lange nicht mehr...Die "Linken" - Right is Right and Left is Wrong sind bereits „Politiker und
Eliten“ d.h. sie „haben gewonnen“, Sie begreifen es nur nicht,
deswegen nimmt die Subversion kein Ende, auch wenn sie dabei die
Strukturen für den eigenen Machterhalt zu schwächen und zu zerstören, was eine tolle Sache ist.
Die Gesellschaft hat selbst keine
„Abwehrreflexe“ gegen die Subversion, die Institutionen welche
die Bevölkerung kontrollieren sollten sind „gedreht“, Staat,
Bildungssystem, Kirchen, Medien.
Der als Untertan konditionierte hat diese nicht zu hinterfragen, und der NPC weiß ja das die feinen Leute besser wissen was richtig für Ihn ist, eine andere Meinung kann ihm nur verordnet werden, und die KI ist auch bei NPC noch nicht so weit das da selbst was rauskommen würde.
Somit steht das Individuum alleine mit
seinen Normen und Werten da.
Man könnte jetzt den Bequemen weg
gehen und sagen „dann bastel ich mir halt gleich ganz neue Tugenden“ aber man
darf nicht vergessen das diese Sachen in vielen Kulturen oft gleich
oder ähnlich sind bzw. als „das Gute“ definiert, weil es sich
eben als positiv rausgestellt und normiert hat, eine Entwicklung über
einige tausend Jahre.
Wer also nicht Enablen und unterstützen
will, der muss also „mit gutem Beispiel“ vorangehen und sehen das
er für sich und seine Umgebung die Strukturen „dahin dreht“
wohin sie sollen.
Das bedeutet die Ansprüche an sich
selbst erhöhen, die Standards für sich höher zu setzen, aber auch
die für das was man aus Faulheit und Bequemlichkeit bereit ist zu
akzeptieren und zu tolerieren zu reduzieren... Und sei es wenn man sich nur über den Hausmeister der seinen Job nicht macht beschwert.
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