Montag, 15. April 2019

Nahrungsmittelvorsorge:  

"Boomers Notvorrat."


Hier die Liste des Deutschen Ministeriums für Landwirtschaft, bzw. „Bundesamt für Bevölkerungsschutz (lol) und Katastrophenhilfe“ oder welchen Namen sich der Laden sonst gibt.
Daraus eine Anleitung zur „Nahrungsmittelvorsorge“ die „empfohlen“ wird für 10 Tage bei 2200kcal..
Angelehnt ist sie an die Ernährungsempfehlungen der DGE, welche sich im Prinzip auf die Propaganda aus dem 3. Reich stützt, weil man wegen der Fett und Eiweisslücke die Leute dazu erziehen wollte möglichst wenig davon zu konsumieren. Wenn dir die Franzosen keinen Weizen mehr für deine Semmeln verkaufen musst du den Leuten erzählen das Vollkornbrot gesund ist.

Eine kritische Auseinandersetzung mit den Inhalten dieser Liste heute und wie Praktikabel das ganze ist. - Die groben Mengenangaben für die einzelnen Produkte spare ich mir.

3,5kg Getreideprodukte, Brot und Kartoffeln:


- Vollkornbrot
Es schmeckt nicht jedem, aber es ist sehr billig, industriell herzustellen und es macht satt. Eingeschweißt hat es eine hohe Haltbarkeit, in Konserven kann man es 10 Jahre liegen lassen.
Ein paar Dosen gehören also in jeden Vorrat.

Zwieback&Knäckebrot:
Beides ist trocken gelagert ebenfalls Ewigkeiten haltbar.

Nudeln&Reis:
Sehr geringe Mengenangaben in der Empfehlung. - Sowohl Pasta als auch Reis sind ungekocht im Prinzip unbegrenzt haltbar, es ist fast unmöglich „zuviel“ davon eingelagert zu haben. Zumal beides heute auch viel mehr zu den Ernährungsgewohnheiten der meisten Leute passt, als 1945.

Hafer&Getreideflocken:
Haferflocken sind ne gute Sache, haltbar und billig, ein sättigender Kohlehydratelieferant, aber sie enthalten auch im Gegensatz zu dem ganzen anderen Getreidekram viel Proteine. Ebenso wie Mehl sind die Haferflocken und der ganze Müslikram recht anfällig für die Lebensmittelmotte. Man sollte wenn man davon was für „später weglegen“ will, diese Dinge in Quarantäne haben.

Kartoffeln, roh:
Altdeutsch, Kartoffeln Kartoffeln Kartoffeln... Stehen vermutlich auf der Liste weil kleiner Sack Kartoffeln in vielen Haushalten eh auf dem Speiseplan stehen. Wenn man sie mag ist da nichts falsches dran. Als Vorratshaltung taugen sie für moderne Haushalte wenig, ihre Haltbarkeit ist solang man keinen passenden Kartoffelkeller hat vglw. Gering. Ebenso wie ihr Kaloriengehalt. 100G ungekochter Reis 350kcal, 100g Kartoffeln ca 70... In Deutschland werden sie traditionell viel gegessen weil sie früher das „billigste“ waren, und viele sie selbst angebaut haben. Das ist alles vorbei, dazu sind sie sogar noch vglw. Teuer, im Gegensatz zu Weizenmehl in der 405 Qualität für „Feingebäck“... Ein absolutes Luxusgut für DGE Begriffe.. Weswegen man die Kartoffeln für nen langfristigen Vorrat völlig ignorieren kann.

Gemüse&Hackfrüchte 4 Kilo:


Bohnen in Dosen:
Welche Farbe sie haben sollen wird nicht genannt, die roten Kidneybohnen enthalten mehr Protein, sind also den Grünen vorzuziehen. Bei falscher Konservierung oder Fehlern kann es hier zu Botulismus kommen, diese Konserven sollten also rotiert bzw. verbraucht werden. 

Erbsen/Möhren in Dosen:
Wenig Nährwert, wenig Vitamine, und schmecken aus der Dose wirklich echt abartig. Ist zwar billig, aber nimmt nur Platz im Regal weg.
Rotkohl in Dosen/Gläsern; Sauerkraut in Gläsern:
Nimmt vglw. viel Platz weg, enthalten aber Vitamin A und C, lange haltbar und sättigend, und auch kulinarisch verwertbar.
Spargel in Gläsern:
Ein völlig nutzloses Gemüse, deswegen war das in den 50ern Jahren auch „Luxus“ sowas zu fressen. Jede Brennnessel hat mehr Nährwert. Uninteressant zur Vorratshaltung.
Mais in Dosen:
Relativ viele Nährstoffe, billig, kann man machen.
Pilze in Dosen:
Nicht soviel Kalorien, aber vglw viele Vitamine, und kulinarisch in der Regel als Beilage gut zu nutzen. Also ja.

Gurken im Glas:
Essiggurken oder Osteuropäisch in Salz...Zwar vglw wenig Kalorien, aber Mineralstoffe, und geschmacklich kann man manche Mahlzeiten mit „aufpeppen“. Schaden also nicht.
Rote Beete/Zwiebeln frisch:
Rote Beete gilt dasselbe wie Rotkohl, Zwiebeln hat man sowieso im Haus, Nicht lebensnotwendig, aber zum Kochen wichtig. Als Ersatz wenn Frisch nicht geht, sollte der Prepper sich also ein paar Röstzwiebeln in den Vorrat legen.


Tomaten sind im Vorrat nicht vorgesehen. Wohl zu exotisch...


Obst 2,5kg

Kirschen/Birnen/Aprikosen/Mandarinen/Anananas in Dosen:
Haben aus nicht nachvollziehbaren Gründen relativ viel Platz in der Liste. Meist ist zusätzlicher Zucker in der Konserve mit drin, nun ich würde hier nach Geschmack gehen, ein paar davon dürfen durchaus in den Vorrat, sie sind süß sorgen für Abwechslung, und man kann die auch als Desert oder sowas essen, das hebt die Stimmung. Und im Notfalls trinkt man auch das Wasser mit....
Rosinen, trockene Pflaumen:
Hier gilt im Prinzip dasselbe, etwas mehr „Trockenobst“ als das im Vorrat schadet aber nicht, Nährstoffe und ein sättigendes Fingerfood. Gibts in guter Qualität in größeren Säcken in der Regel in den „Internationalen“ oder russischen Geschäften und weniger oder teuer beim Discounter.
Haselnusskerne:
Keinen Schimmer warum nur die draufstehen und sonst keine Nüsse, wahrscheinlich Angst vor „Blausäure“ oder so Boomerzeug... Nüsse sollte man viel mehr haben, vglw. Teuer, enthalten aber Proteine und Magnesium, und auch Fett, und können in der Regel sofort gegessen werden. Nehmen.
Frischobst:
Ferner empfiehlt man 750g Frischobst, nun so frisch das halt nach 10 Tagen noch ist, sowas ist Teil von regulären Einkäufen und hat nicht wirklich was mit Vorratshaltung zu tun.

Getränke: 20l

Mineralwasser 20l, ein Fläschchen Zitronensaft, Tee und Kaffee. - Für eine Person und 10 Tage sind 20l sehr knapp. Wasser gilt wie auf dem alten Blog geschrieben: Je viel desto gut. Deswegen sollte die Menge hier nach oben angepasst werden.
Alkohol gehört als Tauschware und zu Desinfektions und anderen Gründen in jeden Vorrat, bei Wassermangel aber bekanntlich eher kontraproduktiv.

Milchprodukte:

H-Milch 2L +500g Hartkäse:
Ziemlich wenig eigentlich, Mineralwasser in Flaschen ist oft teurer als Milch, und H-Milch heißt das sie haltbar ist, davon sollte man also mehr haben, zumal Milch viele Proteine und anderes hat, möglichst hoher Fettanteil ist an sich gewünscht, aber da man die rotieren muss, sich daran orientieren welche einem schmeckt.

Fisch/Fleisch/Eier:

Gleich 1,5! Kilo empfiehlt die DGE... ach doch soviel.
Thunfisch/Sardine/Hering in Dosen:
Am besten in Öl statt im eigenen Saft, Jahrelang haltbar, sehr viele Nährstoffe, Kalorien usw. auch kulinarisch schmackhaft verwertbar gehört in jeden Vorrat, und zwar mehr als 230gramm 

"Wiener Würstchen im Glas":
 Lecker ist meistens was anderes, aber peppen Eintöpfe etc. und halten lange, Vorratsgeeignet also.
Corned Beef:
Nur das Corned Beef? Fleisch ist bekanntlich der Nährwertkönig, also muss davon soviel in den Vorrat wie man Essen kann + extra zum Tauschen oder später essen etc. Vollkonserve in der Büchse, neben CornedBeef und Spam (Frühstücksfleisch) ist aber insbesonder „Jola Rindfleisch“ früher BALM geeignet, in Russland nennt man das Tuschonka und ist Standardmilitärration (quali aber weit nicht so gut wie jetzt hier), kann kalt gegegessen werden, und taugt auch als Frischfleischersatz für Nudelgerichte, Suppen etc. etc. etc.

Dauerwurst (z.B. Salami): 250g
Hat man in der Regel eh im Haus. Stangensalami trocken gelagert hält aber locker 6 Monate, und wird dadurch sogar besser.

Kalbsleberwurst/Dose:
Kleine Wurstkonserven sind auch Nobrainer.

8 Eier:
Frischware, langfristiges Haltbarmachen von ganzen Eiern ist zwar möglich, aber vglw. Umständlich. Sind aber bekanntliches echtes „Powerfood“.


Fette&Öle:

Streichfett&Öl: Nun Margarine braucht bekanntlich weniger Kühlung als Butter, schmeckt aber nach Margarine, Butterschmalz hält fast genausolange und schmeckt in der Regel besser. Die Haltbarkeit von Pflanzenölen in Flaschen ist recht lange und es wird nicht so schnell ranzig, weswegen man hier auch mehrere Flaschen als nur einer angefangenen haben sollte.


Fazit: 


Wie man sieht ist diese Liste daran orientiert worden was möglichst viele alte Leute eh in ihrem Warenkorb und „zuhause“ haben, und nach den Ernährungsgewohnheiten und Empfehlungen von irgendwann aufgestellt. Dennoch wird diese Liste bei Prepper-Lapern immer wieder empfohlen und kritiklos weitergeleitet weil sie ja von einer „offiziellen Stelle“ kommt und damit offiziellen Charakter hat.
So ein Vorrat ist sicher besser als gar kein Vorrat. Die Liste ist allerdings relativ lang und umständlich für nur einen Minimalvorrat für 10 Tage. Als Grundstock sind lang haltbare Lebensmittel mit viel Energie wichtig. Die sind hier eher unterrepräsentiert, und wenn man mit mehreren Personen planen will muss man da auch anders ran.
Also: Zuviel Gemüse mit wenig Nährwert auf der Liste: Also mehr Fleisch, mehr Fett, mehr Pasta mehr Nudeln.
Was imho ganz fehlt:
„Fertiggerichte“ - Am besten welche die notfalls kalt gegessen werden können, es gibt Gründe warum man auf den Vorrat zurückgreifen muss, und das heißt nicht immer das man Zeit zum Kochen haben wird. Auch wenn man was „zum mitnehmen“ braucht, gehört sowas ins Sortiment.
Nahrungsergänzungsmittel:
Die meisten Armeen haben auch entweder Tabletten oder Getränkepulver mit zugesetzten Vitaminen und Mineralstoffen in der Ausgabe. Bringt das was? Ja natürlich, Mangel kommt von Belastungen, Stress und Bewegungen, und ob das Essen heute da grad alles drin hatte? Wahrscheinlich nicht. Natürlich werden die Medien nicht Müde zu sagen die letzten Jahre das man davon die Pfoten lassen soll, sondern lieber Kindern ohne Zähne Fluoridtabletten geben
Süßkram/Schokolade etc.:
Obst und Nüsse sind nett, aber Schokolade ist nicht umsonst in jeder Militär-Packung. Schwarze Sorten ohne Nüsse werden nicht schnell ranzig, können mit Milch auch als Getränk konsumiert werden.


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